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Fall Wucherpfennig: Frankfurter Pfarrer zeigen Unverständnis

Gemeinsame Erklärung der Pfarrer in Frankfurt am Main
Fall Wucherpfennig: Frankfurter Pfarrer zeigen Unverständnis
Fall Wucherpfennig: Frankfurter Pfarrer zeigen Unverständnis

Erklärung der Pfarrer der katholischen Pfarreien in Frankfurt zum Fall Ansgar Wucherpfennig

Die Verweigerung des „Nihil obstat“ für die Wiederwahl von P. Ansgar Wucherpfennig zum Rektor der Hochschule St. Georgen durch den Vatikan macht uns fassungslos. Die Maßregelung des unbescholtenen und in Frankfurt sehr geschätzten Wissenschaftlers durch die römischen Behörden wird offenbar mit Aussagen von ihm zum Thema Homosexualität und zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare begründet.

Weitere Informationen zur Debatte um Pater Wucherpfennig lesen Sie auf der Webseite der Stadtkirche. KLICKEN SIE HIERFÜR AUF DAS FOTO! © felixschmitt.com

Wir halten die Anregungen von P. Wucherpfennig zu diesen Themen für einen wichtigen Diskussionsbeitrag und sind ihm dafür sehr dankbar. Die zutiefst erschreckenden Erkenntnisse der MHG-Studie zum Missbrauch an Minderjährigen in der katholischen Kirche machen deutlich, dass auch der pathologische Umgang der Kirche mit dem Thema (Homo-)Sexualität sexualisierte Gewalt begünstigt. Der Versuch, das offene Gespräch über Sexualfragen innerhalb der Kirche zu unterbinden, ist daher zum gegenwärtigen Zeitpunkt genau das falsche Signal.

Der Frankfurter Stadtsynodalrat hat sich dafür ausgesprochen, Rituale für Segensfeiern mit gleichgeschlechtlichen Ehepaaren zu entwickeln. Vielen von uns Pfarrern begegnen in unseren Gemeinden immer wieder Paare, die sich für ihren gemeinsamen Weg den Segen der Kirche wünschen. Wir unterstützen diesen Wunsch mit Nachdruck.

Im Vatikan meint man offenbar immer noch, missliebige Positionen aus der Welt schaffen zu können, indem man diejenigen mit Sanktionen belegt, die sie äußern. Dieses Verhalten ist das genaue Gegenteil von dem „offenen Dialog ohne Vorurteile“, den Papst Franziskus sich für die Kirche wünscht. Nur dieser macht uns aber als Kirche in einer offenen Gesellschaft, insbesondere in einer Stadtgesellschaft wie in Frankfurt, gesprächsfähig. Die Zeiten, wo Menschen – auch Amtsträger in der Kirche – sich von römischen Behörden vorschreiben lassen, worüber nachgedacht und diskutiert werden darf, sind Gott sei Dank endgültig vorüber.

Als Pfarrer begrüßen und unterstützen wir die Position unseres Bischofs Georg Bätzing, der sich nachdrücklich für die Erneuerung des „Nihil obstat“ für P. Wucherpfennig einsetzt. Wir erklären unsere uneingeschränkte Solidarität mit P. Ansgar Wucherpfennig und erwarten, dass er seine Tätigkeit als Hochschulrektor in St. Georgen bald wieder aufnehmen kann. 

Anto Batinic, Joachim Braun, Holger Daniel,  Johannes zu Eltz,  Rolf Glaser,  Hanns-Jörg Meiller,  Joachim Metzner, Uwe Michler (Pfr. em.),  Werner Portugall, Werner Otto,  Martin Sauer

Petition

Sie können den Aufruf der Frankfurter Pfarrer unterstützen mit der Petition, die sich zentral auf der Seite der Pfarrei Maria Himmelfahrt befindet.

Die Petition mit den Namen aller Unterzeichner wird dem Bischof von Limburg und dem Provinzial der Provinz deutschsprachigen Jesuiten vorgelegt werden.

Auf der Seite der Pfarrei Maria Himmelfahrt befinden sich auch Links zu Artikeln der Frankfurter Tageszeitungen, die sich mit dieser Problematik befassen.

Link zur Petition